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Verfluchter Segen

  • Von Takeo Shin-Ren
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Verfluchter Segen
Oliver Strube

Eine Klage von alljenen,
Die nicht fühlen, die nicht seh'n,
Die nicht helfen, die sich quälen
Lassen sie alleine steh'n.

Eine Bitte von dem Schrei,
Der schmerzverzerrt zum Himmel ruft,
Hängend, blutend am Geweih
Weinend in der Totengruft.

Ein armes Flehen von den Knochen,
Die dort leiden in den Trümmern
Qualvoll, aber ungebrochen
Liegen dort, ein leises Wimmern.

Ein einz'ger brief von deren Hand,
Die gefoltert, die geblendet
In einem Strahl sofort verbrannt,
Kreischen stumm, Atem verschwendet.

Ein Missverständnis zwischen Toten,
Die sich wehrlos stark erhoben.
Ein Lied gespielt, tonlose Noten.
Sponnen Netze, aus Leid gewoben.

Ein verfluchter Segen ward' geschaffen,
Lautlos schreiend ging er hinfort,
Friedlich schwang er seine Waffen,
Weglos an dem toten Ort.


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